11. Oktober 2026
Palästinensismus: ein neuer Name für ein altes Übel
Dan Burmawi erkennt in der Palästina-Solidarität eine neue Maske uralter Feindschaft gegen den Westen. Sein Essay fragt, wie Marxismus, Opferdenken und Islamismus im Kampf gegen Israel zusammenfinden.

Aus dem Beitrag „Palestinianism: A New Name for an Old Disease“ von Danny Burmawi (11.10.2026)
Im Jahr 1948 schrieb der arabische Intellektuelle Constantine Zurayk, der den Begriff „Nakba” prägte, um die arabische Niederlage zu beschreiben, über den Gegensatz zwischen Zionisten und Arabern. Er sagte: „Die Wurzeln des Zionismus liegen im modernen westlichen Leben, während wir diesem Leben noch fernstehen und ihm feindlich gegenüberstehen. Sie leben in der Gegenwart und für die Zukunft, während wir weiterhin die Träume der Vergangenheit träumen und uns mit ihrem verblassenden Glanz betäuben.“
Was Zurayk jedoch nicht wusste, war, dass der Zionismus aus derselben Quelle schöpfte, aus der auch die westliche Zivilisation hervorgegangen war. Deshalb gelang es den unterdrückten, massakrierten, vertriebenen und verfolgten Juden, innerhalb kürzester Zeit in Palästina einen blühenden Staat aufzubauen und aus einem Krieg nach dem anderen, der gegen sie geführt wurde, als Sieger hervorzugehen.
Bald nach der Ankunft der Juden in Palästina lockten höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen arabische Arbeiter aus Ägypten, Syrien, dem Libanon und Transjordanien an. Ein Brief des Bürgermeisters von Madaba in Jordanien aus dem Jahr 1920 an die Bevölkerung Transjordaniens zeigt, dass einige Araber die Zionisten als Menschen sahen, die dem Land Wohlstand und Heilung bringen könnten. Arabische Intellektuelle, die der Überzeugung waren, dass die arabische Welt in die Fußstapfen des Westens treten müsse, riefen ihr Volk ebenfalls dazu auf, sich ihnen beim Aufbau einer besseren Zukunft anzuschließen.
Der von arabischen Christen und säkularen Muslimen in die arabische Welt eingeführte sowjetische Marxismus schürte die Feindseligkeit gegenüber dem Zionismus und verlieh ihr eine neue Sprache. So wurde Israel als kolonialer, kapitalistischer Vorposten des Westens umgedeutet. Der islamische Dschihad und die Ablehnung nicht-islamischer Herrschaft über das, was als islamisches Land angesehen wurde – eine Vorstellung, an die die Mehrheit der arabischen Muslime glaubte –, fanden in der Sprache der Linken von Unterdrückung, Klasse und Imperialismus die perfekte Maske.
Von da an wurde der Hass auf Israel Teil einer umfassenderen, drittweltorientierten Weltanschauung: Israel wurde als das lokale Gesicht des Westens verurteilt.
So ist Palästina heute für die Linke zu einem Deckmantel für ihren Krieg gegen den Westen geworden, denn in ihrer Wahrnehmung ist Israel eine Verlängerung des Westens. Und Palästina war für Muslime schon immer ein Deckmantel für den Dschihad, der ebenfalls ein Krieg gegen den ungläubigen Westen ist. Denn in ihren Augen ist Israel genau wie der ungläubige Westen.
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